Religionsgemeinschaft des Islam
Landesverband Baden-Württemberg e.V.

 

Unsere Themen: Islam - Interreligiöser Dialog - Projekte - Informationen über Muslime in Deutschland/Baden-Württemberg

 
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Über den Prädestinationsglauben im Islam
 
»Der Mensch in Gottes Hand«
I. „Kader" - Vorherbestimmung, Vorhersehung,  Schicksal, Fügung - Was ist das?
II. Warum das Universum erschaffen wurde und des Menschen Sinn
- Liebe ist Ursache für Existenz
- Die Welt ein Ort der Prüfung und Bewährung
III. Krankheit, Tod, Not, Elend - Warum?
IV. Das Heil in der Krankheit
     
von
bis  
  1. Krankheit als Chance ...
25. Die wahre Arznei

 
 

 

I. „Kader“ – Vorherbestimmung, Vorhersehung, Schicksal, Fügung - Was ist das?

Die Interpretation und der Umgang mit Unglück und Katastrophen haben einen religiös-kulturellen Charakter. Warum? Weshalb? Kein Mensch, ob gläubig oder nicht, der sich nicht nach verheerenden Katastrophen und Unglücksfällen Fragen stellt.

Im privaten wie allgemeinen versucht man zwar zuerst auf natürliche Ursachen zu schließen. Falsche Handlungsweisen und die Vermeidbarkeit werden analysiert.

Dann aber fängt man an nach den metaphysischen Gründen zu fragen. Warum gerade ich? Warum diese Menschen, Orte oder Tiere? Und nach einer Reihe von Fragen kommt und steht unweigerlich und letztendlich die Frage nach Gott und seiner Motivation und Intention.

Die Sinnfindung in den Schicksalsschlägen und den Unwägbarkeiten des Lebens wie in der Frage um des Menschen Freiheit und Verantwortlichkeit und Gottes Wille und Bestimmung  scheint eine religiöse und philosophische Wissenschaft für sich zu sein.

Da schwierig zu verstehen, hat sie auch in der Geschichte des Islam sehr konvergierende Auslegungen und Strömungen hervorgebracht.

Heute gibt es über das Grundverständnis zum Glauben an die Bestimmung Gottes (Kader) keine derartigen Kontroversen mehr, obwohl dem Bedürfnis der Erklärung und Klärung jederzeit und auch tiefgründig nachgekommen werden muss.

Die Glaubensbedingung an „Kader“ bedeutet zu glauben, dass alles was den Menschen trifft, ob gut oder böse, von Gott kommt, in Gottes Wissen und Macht liegt. Dies wird im allgemeinen als Vorherbestimmung ausgelegt, bzw. man bezeichnet den Glauben, dass alles von Gott kommt, als Vorherbestimmung.

Zum richtigen Verständnis von Kader zwei Koranstellen und ein Hadis:

 

Euer Streben ist wahrlich verschieden.
Wer nun freigiebig ist und gottgefällig 
und das Bessere für wahr hält,
dem werden Wir das Gute leicht machen.
Wer aber geizig ist und sich verhält , als wäre er auf niemanden angewiesen, 
und das Bessere für Lüge erklärt,
dem erleichtern Wir die Irreleitung
und sein Vermögen wird ihm nichts nützen, wenn er zugrunde geht.
Uns obliegt die Rechtleitung.

Sure 92 (Layl) Vers 4-12

 

Kein Unglück trifft ein auf der Erde oder bei euch selbst, ohne dass es in einem Buch stünde, bevor Wir es erschaffen. Dies ist Gott ein Leichtes.
(Dies) damit ihr nicht traurig seid über das, was euch entgangen ist, und euch nicht zu sehr der Freude hingebt über das, was Er euch hat zukommen lassen. Und Gott liebt niemanden, der eingebildet und prahlerisch ist,
die, die geizen und den Menschen befehlen, geizig zu sein. Und wenn einer sich abkehrt, so ist Gott der, der auf niemanden angewiesen und des Lobes würdig ist.

Sure 57, 22 - 24

 
„Nur die Wohltat verlängert das Leben und nur das Gebet schützt vor Unglück."
Hadis bei Tirmizi, Ibn Mace)

 

Es gibt viele weitere ähnliche Koranverse und Hadise, in denen darauf hingewiesen wird, dass alles was ein Mensch im Leben erfährt in der Bestimmung und Vorhersehung Gottes liegt.  [1]

Ganz vereinfacht können wir uns das z.B. wie ein Computerprogramm vorstellen mit den Entscheidungsmöglichkeiten 'Ja - Nein - Wenn nicht dann', die uns in dem komplexen Programmablauf zur Verfügung stehen. Ein Experte aber weiß im Voraus, wie der Computer entscheiden wird. Sein Wissen hat keinen Einfluss auf den Entscheidungsvorgang, ob das Programm auf 'Ja', 'Nein' oder 'Wenn nicht dann' springen wird. Dieses Beispiel kann als Analogie „Kader“ etwas verständlich machen.

Es liegt in Gottes unbegrenztem Wissen und Weisheit, die Vergangenheit und Zukunft, alle Seiten, alle Bereiche lückenlos abdeckt. Gott hat dem Menschen einen relativ freien Willen - relativ, weil begrenzt durch die Naturgesetzmäßigkeiten - persönliche und geistige Freiheit gegeben.

Die Ergebnisse, Abläufe, Voraussetzungen, Möglichkeiten des menschlichen Tuns werden in des Menschen Sinne geschaffen. Die bestimmenden Faktoren für das Schicksal des Menschen, wie in den oben zitierten Versen erkenntlich ist, ist seine Absicht, sein Tun. Was er beabsichtigt, wofür er sich einsetzt - es wird ihm ermöglicht zu seinem Ziel zu gelangen. Sein Handeln und Gottes Schaffen gehen Hand in Hand.

Gottes Lenkung zugunsten einer Partei wird auch allein durch menschlichen Verdienst abgenötigt. Ein kleines Beispiel zur Veranschaulichung: Ein Mann vollbringt eine Wohltat, die Gott sehr gefallen hat. Derselbe Mann nun schmiedet Pläne und setzt alles daran, um eine Bank zu überfallen. Als es nun soweit ist, verhindern gewisse Umstände seine böse Absicht. Gott bewahrte ihn, wegen seiner Wohltat vor den schlimmen Folgen, die beim Umsetzen seiner bösen Absicht in die Tat sich zwangsweise einstellen würden.

Im Hadis wird berichtet: Ein Mann fragte Muhammed (a.s.s.): „Werden auch die guten Taten, die man bevor man Muslim wurde, getan hat, bei Gott angerechnet? Ich habe beobachtet, wie ein neugeborenes Mädchen lebendig begraben wurde. Ich habe es gerettet und Leute beauftragt, indem ich ihnen Geld gab, es großzuziehen. So handelte ich viele Male.“

Muhammed (a.s.s.) antwortete: „Dein Handeln hat Gott so gefallen, dass Er dich auf den rechten Weg zum Glauben leitete.“

„Uns obliegt die Rechtleitung“ besagt Sure 92, 12, wie bereits oben zitiert, und wie es diesbezüglich viele weitere gleichlautende Stellen im Koran gibt. Ein anderer bekannter Koranvers (Sure 13, 11) lautet: „Gott ändert die Lage eines Volkes nicht, bevor es sich nicht selbst ändert.“ D.h. auch ein Mensch ändert seine Lage zuerst selbst. Folglich ist Kader ist eine Wissenschaft, die in Gottes Weisheit liegt.

 

Wir können folgendes zusammenfassen:

Die landläufige Meinung, dass alles von Gott bestimmt wird, hat weder theologisch noch religiös einen Sinn, da ansonsten ein Verbrecher für seine Tat nicht verantwortlich wäre. Es würde das Verantwortungsprinzip und den Sinn des ganzen Glaubens in Frage stellen.
Des Menschen Tun hat Konsequenzen. Ohne Aussaat kann der Bauer nicht ernten. Aber sein Ernteertrag hängt nicht von ihm alleine ab. In der Hinsicht existiert die Gesetzmäßigkeit. Es entspricht nicht der Vorstellung eines puren Fatalismus. Auf der Erde und im Universum gelten Gottes Gesetzmäßigkeiten als Mechanismen, dem alles folgt.
Ein Ziel zu erreichen setzt des Menschen Handeln, des sich Bemühens und Einsetzens voraus.
Und alles liegt in Gottes Willen, Wissen, Macht, Gerechtigkeit und Möglichkeit, worüber seine Weisheit, Huld und Barmherzigkeit stehen.

 

 

II. Warum das Universum erschaffen wurde und des Menschen Sinn

Die unser Thema umfassende Frage ist die generelle Frage nach dem Grund der Erschaffung des Universums und des Menschen Sinn und Aufgabe. Deshalb wollen wir nun ein paar diesbezügliche Aspekte betrachten:

I.1. Liebe ist Ursache für Existenz

Liebe ist Ursache für Existenz. Sie ist Urheber für Bestand und Zusammenhalt im Universum. Fürsorge und Liebe lässt alles gedeihen, im Großen wie im Kleinen – das ist Gottes Prinzip.

Die Welt selbst, so sagen uns einige Autoritäten, wurde durch „den Odem oder das Ausatmen von Liebender Allgüte und Allerbarmen (ar-Rahman)“ geschaffen. Nach dieser Ansicht ist es eben durch die Ihm ganz eigene, sich ausdehnende und verströmende Kraft der Barmherzigkeit, ihren Impuls, sich selbst zu geben und ihr Licht und ihre Wärme zu verschenken, dazu gekommen, dass die Schöpfung und alles, was uns äußerlich und für sich erscheint, ins Sein tritt; und während Gott als solcher keine Bedürfnisse hat – da Er vollkommen in sich Selbst ruht -, könnte man doch, wenn auch nur als Metapher sagen, dass Er ein Bedürfnis hat, Sich mitzuteilen, weil Seine innerste Natur eben diese verströmende Barmherzigkeit ist, dieser Reichtum, der gerade danach ruft, sich in Phänomenen, zahlreicher als der Sand aller Ozeane, zu entfalten.

Man sagt, dass ar-Rahman wie der blaue Himmel sei, heiter und voller Licht, der Himmel, der seinen Bogen über uns und über alle Dinge spannt, während ar-Rahim (Barmherzigkeit) wie ein warmer Strahl sei, der aus diesem Himmel kommt, einzelne Menschenleben wie Ereignisse berührt und die Erde belebt. Dem Koran nach „offenbarte“ der Erbarmer den Koran, erschuf den Menschen und gab ihm die Sprache“, und man könnte sagen, dass wenn Gott, der Eine (al-Ahad), nicht auch ar-Rahman wäre, es keine Schöpfung gäbe, keine äußere Manifestation, sondern nur die auf ewig Sich-Selbst genügende Innerlichkeit der göttlichen Essenz; und wäre Er nicht auch ar-Rahim, so würde die gesamte Schöpfung zu Eis werden. In der Tat: ein Mann oder eine Frau, die keine Barmherzigkeit, kein Erbarmen kennt, ist jemand, dessen Herz erfroren ist und nur durch Feuer wieder aufgetaut werden kann.

Wenn ar-Rahman einfach nur das ist, was da ist – ein Himmel voller Licht -, dann könnte dieser Begriff auch als „Freude“ übersetzt werden; und Freude breitet sich schon ihrem Wesen nach aus und vermittelt sich anderen; in diesem Fall steht ar-Rahim für diesen Akt der Vermittlung. Das kann auf alle menschlichen Kommunikationsakte angewendet werden – den der Kunst eingeschlossen – daher auch die Aussage des Korans über ‚Sprache’ als einer ‚Schöpfung des Erbarmers’. Zwischen menschlichen Wesen, die in dieser Welt durch solche Barrieren getrennt sind – jedes kleine Ego in seiner eigenen Schale -, ist Kommunikation die Barmherzigkeit, die vereinigt, das Instrument der Liebe, und als solche ist sie ein Vorgeschmack des Paradieses. Wir sprechen, und wenn wir verstanden werden, ist eine Mauer von Eis geschmolzen, und dann fließen von dort Ströme gleich denen, welche die Gärten des Paradieses bewässern.

Das Beschriebene impliziert die Erschaffung bewussten Lebens und sich selbst bewusster Geschöpfe, die für all das empfänglich sind und befähigt sind, Liebe, Freude, Barmherzigkeit, Schönheit wahrzunehmen. 

Die Erschaffung bewusster Geschöpfe impliziert auch dieser Hadis kudsi und weist auf ihren Zweck hin:

„Ich war ein verborgener Schatz und wollte bekannt werden und ich erschuf das All (damit man meine Vollkommenheit und Schönheit erkenne....).“  [2]

Wir finden zu dieser Sache die folgenden erklärenden Ausführungen:

Es ist sicher so, dass ein jeder schöpferisch Tätige und Kunstschaffende, der hochwertige und geniale Kunstgegenstände und Kreationen Zustande bringt, sich in erster Linie zuerst selbst in genügendem Maße an diesen erfreut und sie betrachtet. Er wird sich bewusst über seine erhabenen Fähigkeiten sein. Außerdem wird er versucht sein seine Werke auch anderen zu zeigen, die etwas von Kunst und Können verstehen, um deren Lob und Bewunderung zu gewinnen. Hierfür wird er geneigt sein eine Ausstellung zu arrangieren,  in der alle seine Werke, seine Schaffenskraft und Leistung zu sehen und zu bewundern sind. Diese Beweggründe sind ausnahmslos bei allen, die Größe, Vollkommenheit, Schönheit und Vorzüglichkeit in ihren Fähigkeiten besitzen, vorhanden.

Nun ist Gott der Schöpfer aller Dinge. Er ist der höchst Fähige, der höchst Begabteste, der Unübertroffene - Der, der unerreichbar und unermesslich ist in seinem Können und seinen Fähigkeiten. Zweifellos hat darum Gott den Willen seine unendliche und unbegrenzte Vollkommenheit und die Schönheit seiner Eigenschaften zu bekunden, dessen Manifestationen, Reflexionen und Erscheinungsformen Seiner verhüllten unendlichen Quelle des Allerbarmens, Seine verschiedenartigen Werke, darzustellen, selbst zu sehen und zu betrachten und den mit Bewusstsein geschaffenen Geschöpfen vorzustellen, um Lob und Bewunderung zu ernten.

Deshalb erschuf er mit seinen unendlichen Kräften und seiner Weisheit dieses grandiose Universum, diesen breiten Schöpfungsbaum und diese große Welt - zusammen mit all den Lebewesen und den mit Bewusstsein ausgestatten Geschöpfen, die Zuschauer sind und ihm dankende Liebe entgegenbringen.

„Ich habe die Menschen und die Dschinn geschaffen, damit sie Mich erkennen und anbeten (anerkennen).“ verkündet Sure 51, 56 und in Sure 28, 116 wird betont: „Gott hat den Menschen nicht in Sinnlosigkeit geschaffen“.

So hat Gott den Menschen grundsätzlich als „Moslem“ (Gottergebener, Gläubiger) erschaffen mit allen Veranlagungen Gott zu erkennen (vergl. Sure 2, 30-34; 33, 72) – also mit allen Bindungen an Gott und mit allen guten Eigenschaften bedacht. Im Gegensatz zu den Engeln hat Gott ihn aber in die Freiheit entlassen und ihm zwei Wege eröffnet, worin er sich zu bewähren hat.

Dazu gehört „das Wetteifern miteinander in guten Taten.“ (5, 48), auf dass der Mensch sich bemühe um auf diese Weise Gott anzubeten d.h. Ihm Anerkennung und Dankbarkeit zu erweisen. Dabei bildet die Liebe zum Mitmenschen die Grundlage der wahrhaften Dankbarkeit zu Gott. Nichts anderes ist mit „Gott dienen, Gott anbeten“ (Sure 51, 56) gemeint.

 

 

II.2. Die Welt - ein Ort der Prüfung und Bewährung

Sich auf dieser Welt zu bewähren ist das Anvertrauen und Zutrauen Gottes gegenüber den Menschen. Das Vertrauenspfand (Sure 33, 72), das Gott dem Menschen gab, ist sein Ich-Bewusstsein, sein Selbstreflexionsvermögen, seine geistigen Fähigkeiten, die die der Tiere übersteigen, und damit die Fähigkeit für sich selbst die Verantwortung zu tragen.

Die Einsetzung des Menschen als Kalif (Verantwortungsträger) macht uns Sure 2, 30 deutlich. „Und wir haben den Kindern Adams Ehre erwiesen, ...“ heißt es in Sure 17, 70

Aufgrund des Menschen Freiheit verläuft sein Leben im Spannungsfeld guter und schlechter Eigenschaften. Im Koran lesen wir über die Unbeständigkeit des Menschen:

30, 37: Und wenn wir die Menschen Barmherzigkeit kosten lassen, freuen sie sich ihrer; doch wenn sie ein Übel befällt um dessentwillen, was ihre eigenen Hände vorausgesandt, siehe, dann verzweifeln sie.

95, 4-5: Wir haben den Menschen in schönster ebenmäßiger Gestalt erschaffen, dann haben Wir ihn in den niedrigsten der niedrigen Stände gebracht, ausgenommen, die, die glauben und die guten Werke tun.

Der letztgenannte Vers wird verständlicher Anbetracht dessen, dass die Welt für den Menschen ein Ort der Prüfung und Bewährung ist wie die folgenden Verse offen künden.

Gott sagt im Koran 29, 2-5: Meinen die Menschen, sie würden in Ruhe gelassen werden; nur weil sie sagen: ‚Wir glauben’, und sie würden nicht auf die Probe gestellt werden? Wir stellten doch auch die auf die Probe, die vor ihnen waren. Also wird Gott gewiss die bezeichnen, die wahrhaftig sind, und gewiss wird Er die Lügner bezeichnen.

Bzw. (die gleiche Stelle anderes ausgedrückt): ... Wahrlich! Wir prüften diejenigen,  die vor euch da waren, so werden Wir auch unter euch die Aufrichtigen und die Heuchler voneinander trennen!

Wahrlich werden Wir euch durch Angst, Hunger und mit Verlust an Vermögen, Leben (Seelen) und Ernte prüfen. Gib den Standhaften frohe Botschaft! 2/155

Kein Unglück trifft den Menschen ohne Erlaubnis Gottes ... 64/11 

Wahrlich, Wir werden euch prüfen, um euren Stand, eure Geduld und euren Einsatz offen zu legen.  47/31

Leiden und Krankheit werden den Menschen von Gott bestimmt und auch der Tod ist eine Prüfung von Ihm, wenn es in der Sure 67,3 heißt: „Der den Tod geschaffen hat und das Leben, dass Er euch prüfe, wer von euch der Beste ist im Handeln; und Er ist der Allmächtige, der Allverzeihende“.

 

Weitere Koranverse:

21, 35: Jedes Lebewesen soll den Tod kosten, und Wir stellen euch auf die Probe mit Bösem und Gutem, als eine Prüfung und zu Ihm (Gott) sollt ihr zurückgebracht werden.“

(21, 35: Jeder wird den Tod erleiden. Und Wir prüfen euch mit Bösem und Gutem und setzen euch damit der Versuchung aus. Und zu Uns werdet ihr zurückgebracht.)

7, 168: Und Wir haben sie auf Erden verteilt in Volksstämme. Unter ihnen sind Rechtschaffene, und unter ihnen sind andere. Und Wir prüften sie durch Gutes und durch Schlechtes, auf dass sie sich rückbesinnen möchten.

4, 111-112: Wer Schlechtes tut schadet sich selber aber wenn er dann bei Gott Vergebung sucht, der wird Gott allvergebend barmherzig finden. Und wer eine Sünde begeht, der begeht sie nur gegen seine eigene Person. Und Gott ist allwissend, allweise.

39: 54-55: Sprich: O ihr Menschen, die ihr euch gegen euch selbst vergangen habt, verzweifelt nicht an Gottes Barmherzigkeit, denn Gott vergibt alle Sünden. Er ist der Allverzeihende, der Barmherzige. Wendet euch zu eurem Herrn, und ergebt euch Ihm, bevor die Abrechnung über euch kommt; (denn) dann werdet ihr keine Hilfe finden.

4, 79: Was dich an Gutem trifft, kommt von Gott und was dich an Schlimmem trifft, kommt von dir selbst. 

16, 54-56: Was ihr Gutes habt, ist von Gott; und wenn euch ein Unheil heimsucht, dann fleht ihr Ihn um Hilfe an. Doch wenn Er dann das Unheil von euch hinwegnimmt, siehe, da beginnt ein Teil von euch sich wieder von ihrem Herrn abzuwenden. Und sie verleugnen, was Wir ihnen beschert haben. Macht nur weiter so. Ihr werdet euren Lohn früh genug erfahren.

23, 62: Und Wir fordern von niemandem mehr als er vermag. Und bei Uns gilt das die Wahrheit mitteilende Buch. Somit wird ihnen nicht Unrecht getan.

 

 

III. Krankheit, Tod, Not, Elend - Warum?[3]

Dieses Problem, das seit Jahrhunderten sowohl Theologen wie auch einfache Menschen beschäftigt, wollen wir zunächst einmal philosophisch angehen.

Was wäre, wenn das Böse, das Leiden, der Tod nicht existierten?

Wenn es das Böse nicht gäbe, könnten wir nicht wissen, was das Gute ist. Wir hätten keinen Vergleichsmaßstab. Wenn es das Leiden nicht gäbe, könnten wir auch Freude nicht deutlich empfinden, blieben wir gefühlskalt. Wenn es keine Not und kein Elend auf der Welt gäbe, hätten wir keinen Ansporn, etwas daran zu ändern, wie viele Menschen, die in ihrem Wohlstand gedankenlos dahinleben. Es könnten keine Kinder mehr geboren werden, da der Platz auf Erden ja begrenzt ist. Dasselbe trifft natürlich auch auf Tiere und Pflanzen zu. Das Leben wäre ohne Ziel, würde zu Langeweile und Überdruss führen.

Die Möglichkeit, zwischen Gut und Böse unterscheiden zu können, und somit die Existenz einer Ethik, setzt das Vorhandensein des Bösen, des Negativen voraus.

Ohne die Fähigkeit der bewussten Unterscheidung, der bewussten Wahl wären wir nicht auf einer menschlichen Stufe, würden wir leben wie die Tiere, zwar sündlos, aber geistig unterentwickelt und von unbewussten Instinkten getrieben. Um sich geistig weiterentwickeln zu können, muss der Mensch sich mit Hindernissen, mit Negativem auseinander setzen.

Das heißt, Mensch zu sein, seiner selbst und der Welt bewusst zu sein, setzt die Existenz des Bösen voraus.

Zu den religiösen Aspekten des Problems gehört, dass wenn wir an den allmächtigen Gott glauben, wir akzeptieren müssen, dass das Böse von Gott gewollt ist oder zumindest von Gott zugelassen wird. Auch der Satan handelt nur mit Gottes Erlaubnis. Ihn als alleinigen Urheber des Bösen anzusehen, ist eine Abkehr vom Monotheismus.

Was aber bezweckt Gott, wenn Er uns leiden lässt?

Eine Möglichkeit ist, dass er uns für schlechte Taten zur Rechenschaft zieht, um uns zu warnen und zur Einsicht zu führen. Zum Thema Strafe Gottes, das heute vielen Leuten (auch Theologen) unmodern erscheint, sei hier die Geschichte des russischen Schriftstellers Lew Kopelew erwähnt.

Er wurde während des 2. Weltkrieges aus nichtigen Gründen verhaftet und zu 10 Jahren Arbeitslager verurteilt. Die Anklage lautete auf "Mitleid mit dem Feind", er hatte nämlich russische Soldaten vom Plündern abgehalten. Er hat sich damals bitter über die Ungerechtigkeit dieses Urteils beklagt. Jahre später aber, so schreibt er, ist er zu der Erkenntnis gelangt, dass das damalige Urteil gerecht gewesen sei. Er sieht es als Strafe dafür, dass er an eine unmenschlichte Ideologie (den Stalinismus) geglaubt und sie zu seinem Götzen gemacht hat. (L. Kopelew, "Und schuf mir einen Götzen")

Ein zweiter Gesichtspunkt des Leidens, der mit dem ersten eng zusammenhängt, ist der, dass Gott leiden lässt, um uns zu erziehen, oder uns etwas vor Augen zu führen.

Wenn wir andere Menschen in Krankheit, Not oder Elend sehen, fordert Gott uns dadurch auf zu handeln, das Leiden, die Not zu mildern, den Hungrigen zu essen zu geben, die Kranken zu heilen, den in Schwierigkeiten geratenen herauszuhelfen, die Unterdrückten zu befreien.

Wir sollten uns aber vor Augen halten, dass dieser Kampf niemals enden wird, solange die Welt besteht. Wer das Paradies auf Erden errichten wollte, ist bis jetzt noch immer gescheitert. Die Ideologien, die sich dies zum Ziel gesetzt haben, haben meistens das Gegenteil bewirkt und Leiden und Unterdrückung vergrößert.

In unserem eigenen Leiden sollten wir versuchen, dessen Ursache und Sinn zu erfassen, die Konsequenzen zu überlegen und uns dementsprechend zu verhalten. Aus selbst gemachten Fehlern, insbesondere wenn sie unangenehme Folgen haben, kann der Mensch mehr lernen als aus 1000 Ratschlägen.

Text Box:  Gott ruft uns durch das Leiden auf, uns zu ändern, den falschen Weg zu verlassen, uns weiter und höher zu entwickeln.
Ein dritter Punkt ist die Willensfreiheit des Menschen. Der Mensch hat, jedenfalls innerhalb gewisser Grenzen, die freie Entscheidung zwischen mehreren Handlungsmöglichkeiten. Die Freiheit der Entscheidung zwischen Gut und Böse stellt ihn nach dem Koran über die Stufe der Engel, die zum Bösen nicht fähig sind. Diese Willensfreiheit impliziert, dass der Mensch nicht nur zu großartigen Taten, sondern auch zu schrecklichen Verbrechen fähig ist, für die er gar nicht gleich zur Rechenschaft gezogen wird.

Die genannten Punkte reichen aber nicht zur vollständigen Erklärung aus. Es geschehen viele Dinge, die uns als sinnlos erscheinen, z.B. Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Überschwemmungen oder das Leiden unschuldiger Kinder. ....

Wenn uns solche Ereignisse sinnlos erscheinen, heißt das nicht, das sie von einer höheren Warte betrachtet, zufällig oder sinnlos sind. Der wirkliche Sinn bleibt uns verborgen, da unser Verstand begrenzt ist. „Ich weiß, dass ich nichts weiß", wie Sokrates sagte. Passend dazu stoßen wir im Koran auf die Geschichte von Moses und al-Hidr (Sure 18, 66-83):

Und sie (Moses und Aaron) fanden einen unserer Diener, den wir mit unserer Gnade und Weisheit ausgerüstet hatten. Da sagte Moses zu ihm: „Soll ich dir wohl folgen, damit du mich, zu meiner Leitung, einen Teil der Weisheit lehrst, die du gelernt hast?" Er erwiderte: „Du wirst bei mir nicht geduldig ausharren können; denn wie solltest du bei Dingen, die du nicht begreifen kannst, geduldig ausharren?" Moses antwortete: „Du wirst mich, wenn Gott will, geduldig finden, und ich werde dir in keiner Hinsicht ungehorsam sein." Darauf sagte jener: „Nun, wenn du mir denn folgen willst, so darfst du mich über nichts fragen, bis ich dir von selbst die Deutung geben werde." Und so gingen sie denn beide, bis sie an ein Schiff kamen, in welches jener ein Loch schlug. Da sagte Moses: „Hast du etwa deshalb ein Loch hineingebohrt, damit seine Mannschaft ertrinkt? Was du da getan hast, das erscheint mir furchtbar." Jener aber erwiderte: „Habe ich dir nicht im voraus gesagt, du würdest nicht in Geduld bei mir ausharren können?" Moses antwortete: „Mach mir keine Vorwürfe, dass ich das vergessen habe, und mach mir die Befolgung des Gehorsams nicht so schwer." Als sie weitergingen, da trafen sie einen Jüngling, den jener erschlug. Da sagte Moses: „Du hast einen unschuldigen Menschen erschlagen, der keinen Mord begangen hat. Wahrlich, du hast eine ungerechte Handlung ausgeübt." Jener erwiderte: „Habe ich dir nicht im voraus gesagt, du würdest nicht in Geduld bei mir ausharren können?" Darauf antwortete Moses: „Wenn ich dich ferner noch über etwas befragen sollte, dann dulde mich nicht mehr in deiner Gesellschaft. Nimm dies jetzt als letzte Entschuldigung an." Sie gingen nun weiter, bis sie zu den Bewohnern einer gewissen Stadt kamen, von welchen sie Speise erbaten. Diese weigerten sich aber, sie zu speisen. Sie fanden dort eine Mauer, welcher der Einsturz drohte. Jener aber richtete sie auf. Da sagte Moses zu ihm: „Wenn du nur wolltest, so würdest du gewiss dafür eine Belohnung finden." Jener antwortete: „Hier scheiden wir voneinander. Doch will ich dir zuvor die Deutung der Dinge, welche du nicht mit Geduld erwarten konntest, mitteilen. Jenes Schiff gehörte armen Leuten, die auf dem Meer ihr Leben erarbeiteten, und ich beschädigte es deshalb, weil ein seeräuberischer Fürst hinter ihnen her war, der jedes Schiff gewalttätig raubte. Was jenen Jüngling betrifft, so sind seine Eltern gläubige Menschen, und wir fürchteten, er möchte sie mit seinen Irrtümern und seinem Unglauben anstecken; darum wünschten wir, dass ihnen der Herr zum Tausch einen besseren, frömmeren und liebevolleren Sohn geben möchte. Jene Mauer gehört zwei Jünglingen in der Stadt, die Waisen sind. Unter ihr liegt ein Schatz für sie, und da ihr Vater ein rechtschaffener Mann war, ist es der Wille deines Herrn, dass sie selbst, erst wenn sie volljährig geworden sind, durch die Gnade deines Herrn den Schatz heben sollen. Ich habe also nicht nach Willkür gehandelt. Siehe, dies ist die Erklärung dessen, was du nicht in Geduld zu erwarten vermochtest."

.....

Abschließend noch eine Bemerkung über den Tod:

Wie bereits erwähnt, ist eine endlose Fortsetzung des Lebens auf der Erde keine angenehme Vorstellung. Man vergleiche z. B. die Wiedergeburtslehre der Hindus und Buddhisten, deren religiöses Ziel es ist, sich aus der Kette der wiederholten Erdenleben zu befreien. Wenn man nicht dieser Theorie anhängt, ist der Tod die Erlösung aus einem unvollkommnen Zustand. Der Glaube an das Jenseits nimmt dem Tod seinen Schrecken.

Andererseits mahnt uns der Gedanke an den Tod, der jederzeit eintreten kann, das Leben so gut wie möglich zu nutzen, uns um Güte, Erkenntnis und Verbesserung unserer selbst und der Welt zu bemühen. Wenn wir das tun und wissen, dass Gott es anerkennt, brauchen wir uns weder vor dem Tod noch vor anderen Menschen zu fürchten und sind wahrhaft frei. Dann können wir den Tod, ebenso wie das Leben, als Geschenk Gottes annehmen.       

 

IV. Das Heil in der Krankheit

Anstöße des Glaubens, Trost und Beistand in Gesundheit und Krankheit

Geduld haben, dankbar sein für jede Lage in der man sich befindet, ist der Grundtenor in den religiösen Schriften.
Aber was für Gründe gibt es, um Leid nicht nur zu ertragen, sondern auch in Leid und Krankheit einen Sinn zu sehen und dankbar zu sein?
Anhand der folgenden Koranvere und Hadise sollen einige Aspekte zum Thema beleuchtet werden, die wir in eindrucksvoller Weise in den Erläuterungen zum Koran finden. [4]

 Sie sagen, wenn ein Übel sie trifft: 'Von Gott kommen wir, und zu Ihm kehren wir wieder zurück.'

Sure 2, 156

Und wenn du krank bist, gibt Er die Genesung!

Sure 26, 79-80

Worte Muhammdes (s) bei Buchari:

- „Wem Gott Gutes will, den prüft er mit Krankheit.“

- „Nichts trifft den Menschen an Schwäche, Krankheit, Sorge, Trauer, Schaden, nicht einmal die Dorne, die ihn sticht, ohne dass Gott ein Teil seiner Sünden damit sühnt.“

Vom Dulder Hiob (s) wird auch im Koran erzählt:

Sure 21, 83: Als er seinen Herrn anrief: Siehe, mich hat die Plage berührt, doch Du bist der Barmherzigste der Barmherzigen.

Zusammengefasst verhält es sich mit der bekannten Geschichte des Hiob folgendermaßen:

Während er lange Zeit an zahllosen Verletzungen und Wunden litt, vergegenwärtigte er sich des Lohnes für seine Leiden und ertrug sie mit großer Geduld. Später aber, als die in seinen Wunden entstandenen Würmer zu seinem Herzen und seiner Zunge vordrangen, den Zentren des Empfindens der göttlichen Weisheit und ihrer Erwähnung, fürchtete er, dass seine Verpflichtung  zum Gebet leiden könnte. Deshalb sprach er sein Bittgebet nicht um seiner selbst willen, sondern um der Anbetung Gottes willen: „O Herr! Das Übel quält mich. Mein Deiner Gedenken mit der Zunge und meine Herzensanbetung für Dich werden darunter leiden.“ Und der Allmächtige Gott nahm sein aufrichtiges, selbstloses und eindringliches Bittgebet in wunderbarer Weise an. Er gewährte Hz. Hiob vollkommene Gesundheit und offenbarte durch ihn alle Arten der Barmherzigkeit. ..... [5]

 
Das Heil in der Krankheit
 
1. Krankheit als Chance „Früchte“ hervorzubringen
 
Oh armer Mensch! Sorge dich nicht, sei geduldig! Deine Krankheit ist nicht um dir Leid zu bringen, sondern ist dir ein Mittel zum Heil.
Das Leben ist ein Vermögen, ein Kapital und es zerrinnt und vergeht. Wenn es keinen Ertrag bringt, verschwindet es, ist es verloren und vergeudet. Es vergeht schnell, wenn es in Bequemlichkeit und gedankenloser Oberflächlichkeit verbracht wird. Die Krankheit versieht dein Vermögen, dein Leben, mit viel Gewinn. Und außerdem lässt sie das Leben nicht schnell vorbeiziehen.
Dass das Erleiden das Leben verlängert ist sprichwörtlich geworden, wenn wir sagen:
Schöne Zeiten vergehen wie im Flug, schlechte Zeiten vergehen langsam.
 
Das Leben vergeht durch Krankheit nicht oberflächlich. Krankheit ist eine Chance „Früchte für das Jenseits“ hervorzubringen

 

Das Heil in der Krankheit

2. Minuten werden zu Stunden des Gebets

Oh ungeduldiger Kranker! Sei geduldig, ja sogar dankbar!
Deine Krankheit verwandelt Minuten deines Lebens in Stunden des Gebets.
Denn es gibt zwei Arten des Gebets: Die eine ist die aktive Form des Gebets, wie die formellen Gebete oder die Bittgebete. Die andere ist passiver Art: Der von Krankheit und Unglück Betroffene erlebt seine Grenzen und seine Schwäche, er nimmt zu seinem barmherzigen Schöpfer Zuflucht, bittet, ruft inständig zu Ihm und gelangt so zu einem reinen, aufrichtigen Gebet.
Ja, die in Leid verbrachte Zeit, ohne dabei Gott anzuklagen, gilt als Gebet, wie ein Hadis besagt.
Und dieser Tatsache zufolge ist und bedeutet eine Minute in Krankheit verbracht zu haben für manche geduldigen Kranken eine Stunde des Gebets, bei manchen sogar ein Tag des Gebets.
Daher sollte man die Krankheit nicht beklagen, sondern dankbar sein, da sie einem durch eine Minute zu tausend Minuten des Lebens verhilft.

 

Das Heil in der Krankheit 

3. Krankheit lässt Gott und das Jenseits nicht in Vergessenheit geraten

Oh du unbeständiger Mensch!
Der Mensch ist nicht zum Genießen und Vergnügen auf dieser Welt. Das beweist das ständige Kommen und Gehen, das Älterwerden der Jungen und das ständige Zunichte Werden der Menschen.
Der Mensch, der seinem Wesen nach die Reife und höchste Entwicklung des Lebens impliziert und von seiner Ausstattung her auf dem Gipfel von allem ist, verbringt durch die Gedanken an vergangenes Schöne und über künftige Sorgen im Vergleich zu der Tierwelt ein minderes Leben mit Kummer und Strapazen.
Folglich kann der Mensch nicht auf der Welt sein um ein schönes Leben in Bequemlichkeit und Glück zu verbringen.
Vielleicht, da der Mensch ein gewaltiges Vermögen in der Hand hält, nämlich sein Leben, das hier für einen Handel und zum Einsatz da ist, ist er auf der Welt um sich ein Leben in der Ewigkeit zu erwirtschaften.
Wenn Krankheit nicht wäre, würde Gesundheit und Wohlbefinden Unachtsamkeit hervorrufen, die die Welt angenehm erscheinen lässt und das Jenseits verdrängt, eine Achtlosigkeit, die an Grab und Tod nicht erinnert werden will.
Das Lebensvermögen vergeudet der Mensch für nichtige Dinge. Aber die Krankheit weckt ihn plötzlich und sagt seinem Wesen und seinem Körper: „Du bist nicht unsterblich, du bist nicht von allem losgelöst, du hast eine Verpflichtung. Lass die Eitelkeit. Denk an deinen Schöpfer. Denke, dass du ins Grab steigen wirst, und bereite dich entsprechend vor."
Aus dieser Hinsicht trügt die Krankheit nicht. Sie ist ein guter Ratgeber, ein Warner. Deshalb sollte man sich nicht beschweren, vielleicht aus der Hinsicht dankbar sein. Und wenn es einem zu schwer wird, sollte man um Geduld bitten.

 

Das Heil in der Krankheit 

4. Gewinn an Erkenntnis über den wahren Besitzer deiner selbst

Oh wehleidiger Mensch, es ist nicht dein Recht zu jammern, sondern zu danken und geduldig zu sein. Denn dein Körper, deine Gliedmaßen, deine Organe sind nicht dein Eigentum.

Du hast sie nicht geschaffen. Du hast sie auch nicht von irgendeinem Werk gekauft. Deshalb müssen sie Eigentum eines anderen sein. Der eigentliche Besitzer kann über sein Eigentum nach seinem Willen verfügen. Zur Erklärung, wie an anderer Stelle (26. Söz) als Beispiel bereits angeführt: Ein außerordentlich vermögender und herausragender Künstler beschäftigt, um seine schöne formvollendete Kunst und seinen wertvollen Reichtum zu zeigen, gegen Entgelt eine einfache Person als Model. Er lässt dieser Person ein außergewöhnlich schönes Hemd anziehen. An diesem Hemd nimmt er alsdann Veränderungen vor, um sein Können zu demonstrieren. Er schneidert, ändert, verlängert, verkürzt es.

Hätte diese Person, wenn sie in der Situation sagen würde „Du belästigst und plagst mich mit dem ständigen Hin und Her  und du verdirbst auch mein gutes Aussehen durch das Abändern dieses Hemdes“ ein Recht dazu?
Hätte der- oder diejenige recht so etwas zu sagen und Willkür und Gnadenlosigkeit zu unterstellen? 

Wie in diesem Beispiel hat dir der alles kunstvoll Erschaffende deinen Leib mit Augen, Ohren, Verstand und Herz, mit der wertvollen Aura der Sinne ausgestattet, um die Zierde der Namen Gottes zu zeigen.

Sie verwandeln dich auf vielerlei Art und verändern dich.

Wie du in deinem Hunger den Namen des Versorgers kennenlernst, lernst du auch in deiner Krankheit den Namen der Heilende kennen.

In den Auswirkungen der Nöte und Bitternisse erscheinen Seine spezifischen Namen.

D.h. Sie (die Auswirkungen der Nöte und Bitternisse) enthalten Fassetten der Weisheit und Barmherzigkeit, die zur Schönheit des Urgrunds hinführen.

Wenn die Schleier wegfallen würden, könntest du hinter der Krankheit, die du fürchtest und verabscheust, einen erfreulichen Sinn finden.

 

Das Heil in der Krankheit 

5.  Krankheit – ein Weg zur Gesundung

Oh anfälliger Mensch! Ich bin durch eigene Erfahrung davon überzeugt, dass Krankheit für Manche eine göttliche Gnade ist. In den letzten acht neun Jahren sind viele junge Leute wegen ihrer Krankheit zu mir gekommen und baten mich, obwohl ich dazu nicht prädestiniert bin, um ein Gebet für sie.

Mir fiel auf, gleichgültig welche jungen Kranken ich auch sah, sie im Vergleich zu anderen jungen Menschen angefangen hatten sich über das Jenseits Gedanken zu machen. Sie hatten nicht die Leichtsinnigkeit der Jugend und nicht diese ignoranten instinktiven Leidenschaften.

Ich merkte, dass ihre Beschwerden im Rahmen des Erträglichen Gottes Segen war, und ermahnte sie. Ich sagte weiterhin ein jedem:

„Lieber Bruder, ich bin nicht gegen deine Krankheit. Ich empfinde kein Mitleid für dich, dass ich für dich beten sollte. Bis die Krankheit dich voll aufgerüttelt hat, sei standhaft. Wenn die Krankheit ihre Aufgabe erfüllt hat, wird der barmherzige Schöpfer dir Heilung geben.“

Zudem sagte ich: „Viele Gleichaltrige, die gesund sind, verfallen in Unachtsamkeit und vernachlässigen ihre Pflichten ohne Gedanken an das Jenseits. Gottvergessen, für eine Stunde Scheinglück auf der Welt schaden sie ihrem ewigen Leben. Vielleicht sogar vernichten sie es.    

Du siehst durch das Auge der Krankheit das Endziel deines Weges, das Grab und hinter dem siehst du überdies die jenseitigen Ziele und danach handelst du. Deshalb ist deine Krankheit eine Art Gesundheit. Und für Manche ist Gesundheit eine Krankheit.“

 

Das Heil in der Krankheit 

6. Was von ertragenem Leid und vergangener Freude bleibt

Oh du Leid beklagender Kranker! Ich frage dich: Ist es nicht so, dass, wenn du an dein vergangenes Leben denkst - an die genussvollen freudigen Tage und die leidvollen Zeiten – du entweder ein frohes Seufzen der Erleichterung oder ein bedauerndes Seufzen von dir gibst.
Dein Herz und die Sprache deines Körpers werden entweder sagen „Gott sei Dank“ oder Bedauern empfinden.
Wenn Leid vorbei ist, bleibt Erleichterung und Freude darüber. Achte darauf, dass es die Gedanken an das vergangene Leid und die bewältigten Sorgen sind, die dich heute veranlassen ‚Gott sei Dank’ zu sagen, die diesen geistigen Genuss hervorbringen, dass dein Herz dankbar ist. 
Denn es ist ein Genuss, wenn Leid verschwindet. Das Verschwinden der Sorgen und des Unglücks hinterlässt auf der Seele Wohlbehagen. Das daran Denken lässt aus der Seele Zufriedenheit und Dankbarkeit fließen.
Erfreuliche vergnügliche Momente, die man hatte, und erlebte Freude lassen uns, da sie vorüber sind aber nur „ach“ sagen, Bedauern empfinden, weil sie vergangen sind und man davon getrennt ist. Sehnsüchte danach steigen auf. Wenn du daran denkst, kommen diese Wünsche hoch und lassen Bedauern und  Verlust empfinden.
Vielleicht hatte man auch nur eine kurze Freude aufgrund einer Leichtfertigkeit. Das kann lange Zeit Bedauern, Schmerz in der Seele hervorrufen. Eine unrechtmäßige Handlung, eine Überzogenheit, die dir vielleicht für einen Tag Vergnügen und Freude bescherte, kann dein Gewissen für lange Zeit plagen.
Aber eine überstandene Krankheit, sei sie auch nur ein Tag lang gewesen, bereitet für viele Tage durch das wieder Verschwinden den Genuss der Befreiung und innere, spirituelle Freude auch über den Lohn, der für die Ewigkeit bleibt.
 
Mein an den weltlichen Genuss denkender und um so mehr an seiner Krankheit leidender Bruder!
Wenn diese Welt ewig wäre und auf unserem Weg der Tod nicht läge, wenn das Wehen der Winde des Zerfalls nicht wären, wenn es in der ungewissen Zukunft die geistigen Wintereinbrüche nicht gäbe - dann würde ich wegen deines Zustandes Mitleid empfinden.
Aber diese Welt wird uns einmal sagen „Los raus!“ und sich gegenüber unserem  Wehgeschrei die Ohren verschließen. Bevor sie uns hinausjagt, müssen wir durch die Mahnungen der Krankheiten anfangen die Liebe zu ihr aufzugeben. Bevor sie uns verlässt, müssen wir daran arbeiten uns von ihr zu trennen, sie aus unserem Herzen zu verbannen.
Die Krankheit mahnt uns ja in diesem Sinne an: Dein Körper ist nicht aus Stein und Stahl. Er ist aus Stoffen zusammengesetzt, denen der Verfall eigen ist. Lass den Stolz. Begreife deine Unzulänglichkeit. Erkenne deinen Schöpfer. Wisse um deine Pflichten. Lerne, warum du auf der Welt bist. So werden die verborgenen Sinne des Herzens wachgerufen.
Weltliche Vergnügen und Genüsse sind nicht von Dauer und wenn sie auch nicht rechtens sind, bringen sie mehr Sorgen und Kummer, vielleicht sind sie sogar sündhaft.
Weine nicht, da du durch Krankheit diesen Genuss verloren hast, sondern versuche es als Wohltat zu sehen, indem du durch die Gedanken an den jenseitigen Lohn und dem erbrachten passiven Gebet Freude empfindest.

 

Das Heil in der Krankheit 

7.  Alles existiert durch seinen bzw. ihren Gegensatz

Oh Mensch, der du das Gefühl des Frohseins über die Gesundheit verloren hast!
Deine Krankheit verdrängt nicht die Gnade Gottes, die in der Gesundheit liegt, sondern lässt sie dich mehr spüren und intensiver wahrnehmen.
Wenn etwas stetig da ist, verliert es seinen Reiz. Es ist allgemein bekannt: „Alles existiert durch seinen bzw. ihren Gegensatz“.
Z.B.: Wenn es keine Dunkelheit gäbe, würde man über Licht nichts wissen, und wir könnten uns nicht daran erfreuen. Ohne Kälte wüsste man nichts von wohltuender Wärme. Wenn man keinen Hunger hätte, würde das Essen nicht munden. Wenn das Durstverlangen nicht wäre, würde das Wassertrinken nicht schmecken.
Ohne die Anfälligkeit für Krankheit hätte man keine Freude an der Gesundheit.
Die Gesundung bliebe reizlos, sie wäre nichts Erfreuliches ohne Erkrankung.
Der Schöpfer, der alles sinnreich ausstattet, um all dies zu zeigen und um all seine Arten der Zuwendungen uns zur Kenntnis zu bringen motiviert die Menschen andauernd zu Dankbarkeit. Dem Menschen, der in solcher Weise beschaffen ist und die Fähigkeiten hat, all das auf der Welt zu kosten, wird  Er darum sicher neben diesem Wohlbefinden und der Gesundheit die Krankheiten, ihre Verursacher, das Leiden zuteilen. 
Ich frage dich, wenn diese Krankheit in deinem Kopf und in deinem Magen nicht wäre, hättest du das Wohlbehagen der Gesundheit deines Kopfes, deiner Hände, deines Magens, empfunden und dich für diesen reichen Gottessegen bedankt?

Von wegen Dankbarkeit - mit Sicherheit hättest du nicht mal einen Gedanken daran verschwendet. Unbewusst würdest du diese Gesundheit in der Ignoranz eines exzessiven Lebens ausgeben.

 

Das Heil in der Krankheit 

8. Krankheit reinigt die Seele

Oh du an das Jenseits denkender Mensch! Die Krankheit ist wie eine Seife, die vom Schmutz der Sünden reinwäscht und reinigt. Es steht durch den Hadis fest, dass die Krankheiten für die Sünden bürgen.

Ein Hadis besagt sogar: Krankheit schüttelt die Sünden ab. Es ist wie einen Baum zu schütteln mit reifen Früchten, dass sie fallen.

Die Sünden sind die für die Ewigkeit bleibenden Krankheiten. Auf dieser Welt sind sie die geistigen Krankheiten des Herzens, des Gewissens, der Seele. Wenn du standhaft bist und dich nicht beklagst, befreist du dich mit dieser vorübergehenden Krankheit von dauerhaften Krankheiten. Wenn du dir wegen deiner Sünden keine Gedanken machst und wenn du um das Jenseits nicht weißt, Gott nicht erkennst, hast du eine viel schlimmere Krankheit. Sie ist millionenfach größer als diese winzige Krankheit. Schreie darum!

Weil du mit all der Existenz der Welt verbunden bist mit Herz und Seele, deinem Ich, bekommen diese Bindungen wegen dem ständigen Zunichte Werden und der Auflösung Risse, die viele Wunden verursachen. Besonders dass du nichts über das Jüngste Gericht weißt und den Tod für immer und ewig hältst, ist es so als ob du einen Körper hättest, verletzt, verwundet und krank, so arg wie die Welt.

Da es als erstes gilt diese schwer verwundete und anfällige große Seele von ewigen Krankheiten zu heilen, ist es notwendig die absolute Arznei und das absolute Heilmittel, die Arznei des Glaubens zu finden und seinen Glauben in Ordnung zu bringen.

Der kürzeste Weg diese Arznei zu finden ist den durch die körperliche Krankheit zerrissenen Schleier der ignoranten Gedankenlosigkeit und durch das Fenster der Schwäche und Unzulänglichkeit die Macht und Barmherzigkeit des Allmächtigen kennen zu lernen.   

Ja dem, der Gott nicht kennt, hängt eine Welt voller Leid über seinem Haupt.
Die Welt derjenigen, die Gott erkennen, ist voll des seelischen Glücks und Lichts. Je nach Stärke ihres Glaubensgrades spüren und fühlen sie es. Unter dem geistigen Genuss, der vom Glauben gespeist wird, nehmen die Schmerzen dieser geringfügigen Krankheit ein Ende.

 

Das Heil in der Krankheit  

9.  Der Tod als Tor zum Segen Gottes

Oh der du nun Gott bekennst! Der Grund warum Krankheiten vielfach Ängste und Entsetzen auslösen ist, da sie zum Tod führen können. Weil der Tod vor dem Auge der Unwissenheit und dem äußeren Schein nach schrecklich ist, rufen die Krankheiten, da sie ihn herbeiführen können, Panik hervor.

Du solltest wissen und dir dessen bewusst werden: Der Tod ist bestimmt und unverrückbar. Viele Menschen, die vor einem Schwerkranken Tränen vergossen haben und gesund waren, sind schon gestorben während der, der schwerkrank war, Heilung erfahren und weiter gelebt hat.

Weiteres: Der Tod ist, anders als es den Anschein hat, nichts Schreckliches. Das haben wir in vielen unserer Schriften anhand des Korans zweifellos bewiesen. Für den Gläubigen ist der Tod Entlassung von seinen Lebensaufgaben, das Ende seiner Dienste auf dieser Prüfungswelt und die Entbindung von seinen Pflichten. Es ist für ihn die Gelegenheit sich mit vielen seiner Verwandten und Freunde, die schon im Jenseits sind, zu treffen – ein Gefährt um zur wahren Heimat zu gelangen, auf eine glückliche Heimstatt. Es ist die Einladung aus diesem weltlichen Kerker in den Garten Eden, eine Unterbrechung um vom großzügigen Gott seinen Lohn zu erhalten.

Da das Wesen des Todes so ist, sollte man dem nicht mit Entsetzen begegnen, sondern ihn als den Beginn von Glück und Barmherzigkeit betrachten. Die Furcht vor dem Tod vieler Gottgläubigen ist nicht wegen dessen Schrecken, sondern ist darum, da sie nicht länger in der Fortsetzung des Lebens für gute Taten werden arbeiten können um mehr Lohn zu erhalten.  

Ja, für die dem Glauben Angehörenden ist der Tod ein Tor zum Segen und zur Barmherzigkeit Gottes. Für den Irregehenden ist er ein Abgrund zur ewigen Pein.

 

Das Heil in der Krankheit 

10.  Sorge vermehrt die Krankheit

Oh Mensch, der du dir unnötig Sorgen machst!

Du machst dir Sorgen wegen der Schwere deiner Krankheit. Aber es ist die Sorge, die deine Krankheit erschwert. Wenn du Erleichterung in deiner Krankheit willst, versuche dir keine Sorgen zu machen.

Also denke an den Nutzen deiner Krankheit, an den Lohn, und dass sie schnell vorübergehen wird. Stelle diese Sorgen ab und schneide damit die Wurzel dieser Krankheit ab. Ja die Sorgen vervielfachen die Krankheit.

Durch die Sorgen um die körperliche Krankheit dringt eine seelische Krankheit in dein Herz wodurch diese körperliche Krankheit dort fortbesteht. Wenn durch Gottergebenheit und durch die Gedanken an die Weisheit der Krankheit diese Sorgen verschwänden, würde ein wichtiger Teil dieser körperlichen Krankheit sich abstellen, sich verringern und aufheben. Besonders durch Einbildung wächst durch die Sorgen ein Gramm Krankheit zu einem Kilogramm heran. Sobald diese Sorgen eingestellt werden, verschwinden 9 Anteile von 10. So vermehren Sorgen die Krankheit. Da die Sorgen das in Frage Stellen des Segen Gottes und das Beklagen über Gottes Barmherzigkeit beinhalten, erntet man mit ihnen das Gegenteil – man verstärkt noch seine Krankheit und erhält eine Ohrfeige. 

So wie Dankbarkeit die Gaben Gottes vermehrt, verstärkt Beklagen das Leid und die Krankheit. Es ist außerdem so, dass das sich Sorgen selbst eine Krankheit ist.

Das Medikament dagegen ist das Wissen um den Grund und die Weisheit der Krankheit. Wenn du jetzt um den Nutzen und die Weisheit weißt, dann streiche mit diesem Mittel deine Sorgen weg. Statt bedauernd zu seufzen sag:  „Elhamdu lillâhi alâ külli hal“ Gott sei Dank für ein jede Lage.  

 

 

Das Heil in der Krankheit 

11. Alles in seiner Zeit

Oh ungeduldiger kranker Bruder! Obwohl in der jetzigen Minute deiner Krankheit, Krankheit für dich Kummer heißt, hast du von der bereits vergangenen Zeit deiner Krankheit bis jetzt das Wohl des geistigen Genusses ihres Verschwindens und den geistigen Genuss in ihrem Lohn. Vielleicht hast du nach einer Stunde oder nach dem heutigen Tag keine Krankheit mehr und diesen Kummer wird es dann auch nicht mehr geben. Durch deine falschen Vorstellungen überkommen dich Ungeduld und Trauer.

Zum einen verschwindet mit der bis jetzt überstandenen Krankheitszeit auch die Bedrückung darüber. Und was übrig bleibt ist ihr Lohn und der Genuss des Vergehens. Statt darüber glücklich zu sein, sich ungeduldig zu verhalten ist Unvernunft.

Zum anderen: Die künftigen Tage sind noch nicht da. Wenn du heute daran denkst – an einen Tag, an eine Krankheit, an einen Kummer, der nicht da ist – durch Einbildung traurig werden, durch Ungeduld diesen drei Nichts einen Körper geben, ist das nicht ein Irrsinn. 

Da dir die Zeiten der Krankheit vor dieser Stunde Genugtuung bescheren und außerdem die Zeiten nach dieser Stunde Zeit, Krankheit und Leid sind, die noch nicht existent sind, vergeude die Standhaftigkeit, die Geduld und Kraft, die Gott dir gegeben hat, nicht ins Nichts.

Setze sie ein gegen den Kummer in der jetzigen Stunde und bleib standhaft indem du sagst: „Geduld“.

Die Geduld und Kraft soll man auf die jetzige Stunde, die jetzige Minute verwenden und nicht auf das, was da war oder noch kommen mag. Dies ist vorbei oder noch nicht gekommen, ist nicht mehr oder noch nicht existent, der Kummer darüber auch.

 

Das Heil in der Krankheit

12. Das Gebet der Krankheit ersetzt andere Gebete

Oh Mensch, der du wegen Krankheit deine Gebetsrezitationen nicht machen kannst und darüber trauerst!
Wisse, dass nach einem Hadis ein standhafter Gläubiger für die Rezitationen, die er während seiner Krankheit nicht verrichten kann, dennoch deren Lohn erhält. Demjenigen mit Geduld und Vertrauen, der soweit es geht seinen Pflichtgebeten nachkommt, vervollständigt die Krankheit auch seinen Sunnah-Teil des formellen Gebets.
Die Krankheit führt dem Menschen seine Schwächen vor Augen und diese nötigen und drängen ihn zum Gebet. Durch seinen hilflosen bemitleidenswerten Zustand spricht sein Körper dieses Gebet. Gott gab den Menschen unbegrenzte Schwäche und Hilflosigkeit, dass sich die Menschen ständig an Gottes Wesenheit wenden, um Ihn anzurufen, zu bitten, anzuflehen.

Dieses Mysterium erfasst der Koranvers:

„Sprich: Mein Herr würde sich nicht um euch kümmern, wäre es nicht um eures Gebetes willen.“ (Sure 25, 77)

Was nichts anderes besagt als: „Was hättet ihr für einen Wert, wenn eure Gebete nicht wären.“

Da die Erschaffungsgründe der Menschen ihre aufrichtigen Gebete sind und die Gebete einer der Gründe der Krankheit darstellen, sollte man aus dieser Sicht nicht klagen, sondern Gott danken. Der Strom des Gebets, der durch die Krankheit angefangen hat zu fließen, sollte man nach der Genesung nicht versiegen lassen.

 

Das Heil in der Krankheit 

13.  Krankheit klärt und bringt den Reichtum des Jenseits

Oh du über deine Krankheit dich beklagender Armer!
Krankheit ist für manche ein wertvoller Schatz und ein gewichtiges Gottesgeschenk. Jeder Kranke darf sich das in dieser Hinsicht vorstellen.
Der Todeszeitpunkt ist nicht voraussehbar. In seiner Weisheit hält Gott den Menschen, um ihn vor völliger Hoffnungslosigkeit und absoluter Lethargie zu schützen und außerdem um sein Diesseits und Jenseits zu bewahren, zwischen Hoffen und Bangen. Aus diesen Gründen ist der Todeszeitpunkt verborgen.
Da es so ist, kann der Tod jederzeit eintreffen. Wenn er den Menschen in Lethargie vorfindet, kann es seinem jenseitigen Leben viel schaden.
Krankheit vernichtet die Lethargie, die Ignoranz und Gleichgültigkeit, und lässt an das Jenseits denken und an den Tod erinnern. Auf diese Weise bereitet sie vor.
Manchmal kann man daher so den Reichtum, wofür man normalerweise 20 Jahre brauchen würde, in 20 Tagen verdienen.
Kurz gefasst: Wir hatten unter uns zwei Freunde, zwei junge Männer. Der eine war Sabri aus Ilama, der andere Mustafa Vezirzade aus Islamköy.
Obwohl sie unter meinen Schülern nicht zu den Aktivsten gehörten, sah ich, dass sie in den Glaubensdingen in der spirituellen Welt zu den Vordersten zählten, und ich wusste nicht warum. Nach ihrem Tod verstand ich es.  
Die Beiden hatten eine schwere Krankheit. Durch die klärende Wirkung dieser Krankheit standen sie im Vergleich zu anderen Jungen, die ihre Pflichten vernachlässigten, in wertvollen Diensten. Sie waren im Dienste der höchsten Sache.
Hoffentlich haben die Erschwernisse von zwei Jahren Krankheit ihnen Millionen glücklicher Jahre beschert.
Warum meine Gebete um Genesung für sie in dem Sinne nicht erhört wurden, verstehe ich jetzt. Aus der Sicht der Welt wurden sie gewissermaßen ein Fluch. Mögen darum meine Gebete für ihr jenseitiges Leben bei Gott angenommen sein.
Ich bin überzeugt, dass diese zwei Personen den Gewinn, den man durch aufrichtige Arbeit in zehn Jahren verdient hätte, gefunden haben.
Wenn beide wie manche Jugendliche im Vertrauen auf ihre Gesundheit und Jugend sich in Lethargie und Ausschweifung begeben hätten und der Tod sie mitten in ihren Sünden ergriffen hätte, hätten sie statt ihres Lichtschatzes im Grab, ihr Grab voll mit Nestern von Schlangen und Skorpionen.
Wenn die Krankheiten solche Vorteile haben, sollte man sich nicht über sie beklagen, sondern mit Standhaftigkeit, mit Geduld, dankbar auf Gottes Barmherzigkeit vertrauen.

 

Das Heil in der Krankheit 

14. Sie werden sehender sein als die ehemals Sehenden auf der Welt.

Oh Mensch, dessen Auge verschleiert wurde!
Wenn du wüsstest, was für ein geistiges unbeschreibliches Sehen und welches Licht sich hinter diesem Schleier befinden, würdest du dich hunderttausendmal bei Gott bedanken.
Zur besseren Erklärung dieses Heils werde ich dir diese Begebenheit erzählen.
Die Tante Süleymans aus Barla, der seit acht Jahren mein treuester Schüler war, erblindete. Diese treuherzige Frau hatte so viel inniges Vertrauen zu mir, dass sie mich beim Hinausgehen aus der Moschee nach dem Gebet abpasste und mich um ein Gebet bat, dass sie ihr Augenlicht wieder erlange. Daraufhin habe ich bei Gott für diese Frau um ihrer Frömmigkeit willen gebetet. Am zweiten Tag kam ein Augenarzt aus Burdur und behandelte die Augen dieser Frau. Daraufhin konnte sie wieder sehen. Nach vierzig Tagen schlossen sich ihre Augen jedoch wieder. Ich bedauerte das sehr und betete viel für sie. Ich hoffe meine Gebete wurden im Hinblick auf das Jenseits erhört, ansonsten wären meine Gebete ein falsches Gebet für sie gewesen, denn sie hatte noch vierzig Tage zu leben, danach starb sie.
Sie hätte die grünen Berge Barlas vierzig Tage mit ihren alten Augen betrachten können. In ihrem Grab jetzt hat sie statt dessen dafür vierzigtausend Tage des Sehens der Berge des Paradieses gewonnen, da sie aufrichtig gläubig und rein war.
Ja eine Gläubige oder ein Gläubiger, der ohne Augenlicht ins Grab steigt, wird im Vergleich zu anderen Toten, das Licht des Jenseits mehr genießen.
So wie wir auf dieser Welt viele Dinge sehen und Blinde sie nicht sehen, werden Blinde auf dem Friedhof, im Grab, wenn sie gläubig waren, entsprechend sehender sein.
Sie sehen durch eine Art Ferngläser die Gärten des Paradieses dargeboten in allen Dimensionen.
So ist es, obwohl du unter der Erde bist, hast du die Sehfähigkeit für das Paradies und unter dem Schleier deiner blinden Augen kannst du dies mittels Standhaftigkeit und Dankbarkeit finden.
Der wahre Augenarzt, der fähig ist den Schleier vor deinen Augen zu entfernen, ist die Weisheit des Korans.

 

Das Heil in der Krankheit 

15. Der Tod durch manche Krankheiten führt zum Erlangen der Stufe der Gefallenen

Oh jammernder Kranker, der du seufzst!
Seufze nicht aufgrund des Hinsehens auf die Symptome deiner Krankheit. Schau auf den tieferen Sinn. Wenn diese Krankheit keinen schönen tiefen Sinn hätte, hätte sie der barmherzige Schöpfer seinen geliebten ihn anbetenden Menschen nicht gegeben.
Es gibt einen Hadis, der besagt: Diejenigen, die am meisten mit Leid und Unglück überzogen werden, sind die besseren und reiferen Menschen.
An erster Stelle kommt der Gesandte Hiob (Eyyub), dann die anderen Gesandten, dann die Weisen, dann die sündenfreien reinen Menschen - sie haben alle Krankheiten, von denen sie betroffen waren, als Geschenk des Barmherzigen gesehen und dementsprechend ertragen. Mit Geduld und Dankbarkeit betrachteten sie es als eine Art Läuterung Gottes.
 
Oh du jammernder Mensch, wenn du dich dieser Karawane der Erleuchteten anschließen willst, danke mit Geduld. Wenn du dich beklagst, werden sie dich in ihre Karawane nicht aufnehmen. Du fällst in die Grube der Ignoranten und wirst auf dunklen Wegen gehen.
Ja es gibt etwelche Krankheiten, wenn sie mit dem Tod enden, ist es ähnlich dem geistigen Märtyrertum, mit dem man die Stufe der Gefallenen erreicht.
Kurz gesagt: Der Tod durch Krankheiten, die mit dem Gebären zusammenhängen, durch Epidemien und durch Krankheiten ähnlicher Art lässt den Grad der Stufe des Velayet, die unterhalb der, der Gottesgesandten liegt, erreichen.
Außerdem, da die Krankheit die Liebe und Beziehung zur Welt schwächt, wird die schmerzhafte Trennung und das Sterben für den Weltbewohner etwas erleichtert und manchmal sogar gut und willkommen geheißen.

 

Das Heil in der Krankheit 

16.  Krankheit befreit von Arroganz und lehrt menschliches Mitgefühl

Oh Kranker, der du dich über die Bedrückung beklagst!
Krankheit mahnt zu Respekt und Rücksicht, was im gesellschaftlichen menschlichen Zusammenleben wichtig und sehr erstrebenswert ist. Das tut die Krankheit indem sie die Menschen von der zu Unbarmherzigkeit, Rohheit und Herzlosigkeit führenden Arroganz befreit.

Dazu der Koranvers 96, 6-7:

Zweifellos, der Mensch, der sich von der Bedürftigkeit fern sieht, wird unversehens maßlos.

Dies besagt: Der Egoismus, der aus der Arroganz durch Gesundheit und Wohlbehagen kommt, lässt Viele menschliches Mitgefühl ignorieren, so dass sie weder die nötige Barmherzigkeit gegenüber den Kranken und von Unglück Betroffenen spüren noch Mitleid für sie haben. Erst sobald der Mensch krank wird, versteht er seine Schwäche, seine Unzulänglichkeit.

Und alsdann hört er auf, auf seine Mitmenschen herabzusehen, fängt an sie zu respektieren. Gegenüber denen, die ihm helfen und ihn besuchen verspürt er dieses mitmenschliche, zuneigende Gefühl der Anerkennung.

Das Mitgefühl, das Mitleid für andere Menschen, die Anteilnahme, das Mitempfinden des vom Unglück Betroffenen sind Eigenschaften des Islam.

Durch Vergleich mit sich selbst und seinem Gewissen kann der Mensch nachempfinden und volles Mitgefühl und Anteilnahme für andere aufbringen. Folglich und somit, wenn er dazu imstande ist, hilft er, solidarisiert sich. Wenn er das nicht kann, betet er. Wenn er das auch nicht kann – geht er zum Besuch, um sein oder ihr Befinden zu erfragen, was Sunnah ist und wofür er Lohn erhält.

 

Das Heil in der Krankheit 

17. Der Stellenwert der Fürbitten der Kranken und des sich Kümmerns um Kranke

Oh Mensch, der sich beschwert, weil er wegen Krankheit nichts Nützliches und Gutes machen könne!
Bedanke dich lieber! Denn das Tor zum Öffnen besserer Dinge ist die Krankheit. Die Krankheit lässt immer dem Kranken sowie denen, die ihn pflegen, guten Lohn zukommen und ist das beste Medium zur Erhörung des Gebets.
Für die Gläubigen, die sich um die Kranken kümmern, gibt es einen besonderen Lohn, weil das sich Erkundigen über das Wohlbefinden der Kranken, sie zu besuchen ohne den Kranken dabei zu belästigen, wichtige Sunnah ist. Desgleichen besagt ein anderer Hadis: „Um die Fürbitte der Kranken sollte man sich bemühen, denn ihre Gebete werden erhört.“
Wenn der Kranke ein Elternteil ist oder zu den Verwandten zählt, ist ihn zu pflegen ein gewichtiges Gebet und eine wichtige, große Wohltat.
Die Gefühle der Kranken, die ihre Herzen erfreuen, wecken, sie froh stimmen, ihnen Trost spenden stellt eine große Almosengabe, eine große Spende dar. Glücklich das Kind, das in Krankheit die empfindlichen Herzen seiner Eltern zufrieden stellt und deren Gebete empfängt. 
Die Barmherzigkeit der Eltern ist im menschlichen Zusammenleben eine lobenswerte Tatsache. Sie von den Kindern erwidert zu bekommen mit ebensolchem Respekt und Zuwendung in Zeiten deren Krankheit ist auch eine Sache, die die Größe der Menschlichkeit zeigt, ein dankbares Verhalten, ein Bild der Treue, das auch die Engel bewundernd anerkennen. Es entstehen Genüsse, die in den Zeiten der Krankheit den Schmerz und das Leid lindern und durch Mitleid und Mitgefühl in wohltuende Wärme verwandeln.

Ja der Stellenwert des Gebets der Kranken ist eine wichtige Sache.

Ich betete seit dreißig Jahren wegen meines Rheumas im Rücken. Später begriff ich. Diese Krankheit wurde mir wegen des Gebets gegeben. Und ein Gebet hebt das andere Gebet nicht auf. Das habe ich verstanden. Der Sinn meines Gebets war jenseitsbezogen.[6]
Da die Krankheit selbst eine Art Gebet ist, sieht es seine Unsinnigkeit und wendet sich Gottes Antlitz noch mehr zu.
Obwohl seit dreißig Jahren meine Gebete um Genesung nicht erhört wurden, habe ich nie daran gedacht sie aufzugeben. Krankheit ist Zeit des Gebets und Heilung nicht das Ergebnis des Gebets.
Falls Gott der Barmherzige Heilung gibt, dann gibt Er sie aus seiner Großzügigkeit. Wenn das Gebet auch nicht erhört wird wie wir wünschen, können wir nicht sagen, dass es abgelehnt wurde. Gott der Allweise weiß, was für unseren Vorteil besser ist und das gibt Er uns.
Unsere Gebete, die die Welt betreffen, nimmt Er zu unserem Vorteil für das Jenseits an.
Wie auch immer, durch das Geheimnis der Krankheit, gewinnt das Gebet an Aufrichtigkeit. Besonders durch diese Schwäche, Bedürftigkeit, Unzulänglichkeit kommt das Gebet der Erhörung nahe bzw. es ist wahrscheinlich, dass es erhört wird.
Da die Krankheit Quelle solch eines Gebetes ist, sollten alle Gläubigen, die Kranken und ihre Pfleger dieses Gebet nutzen.

  

Das Heil in der Krankheit 

18.  Inwiefern Klage ungerechtfertigt ist und Undankbarkeit heißt 

Oh du vom Danken zum Beklagen übergegangener Kranke!
Klage muss von Rechts wegen kommen. Also, welche Rechte sind dir beschnitten worden, dass du dich beklagst? Du hast so viele Dankverpflichtungen, denen du nicht nachgekommen bist. Das Recht deines Schöpfers bleibst du schuldig und in unrechter Weise beklagst du dich.
Du hast keinen Anspruch auf diejenigen zu sehen, die gesünder sind als du es bist, und dich danach zu beklagen. Vielleicht solltest du die ansehen, denen es schlechter geht als dir, damit du dich danach zum Danken veranlasst fühlst.
Wenn du eine gebrochene Hand hast, schau auf die, die keine Hände haben. Wenn du ein Auge verloren hast, schau auf den, der alle beide nicht hat und danke Gott.
Es hat keiner recht auf die Gaben Gottes hochzusehen, die andere mehr haben, und sich anschließend zu beklagen. In einem Unglück hat man lediglich das Recht auf den zu schauen, der schlechter dran ist.
Darauf wurde an anderer Stelle mit mehreren Beispielen eingegangen.

Eine Illustration um zusammenzufassen:

Jemand lässt einen mittellosen Mann einen Turm, ein Minarett hochsteigen. Auf jeder Stufe bekommt er ein Geschenk überreicht. Auf der letzten Stufe erhält er das größte Geschenk.
Der Geber, in der Erwartung von Anerkennung und Dankbarkeit, sieht wie diese freche Person jedoch alle Geschenke ignoriert, das welches er gerade bekommen hat und auch jedes andere Geschenk, das er auf jeder der Stufen erhielt.
Statt dankbar zu sein, schaut jener nach oben und sagt: „Wäre dieser Turm doch noch höher, dass ich noch höher steigen könnte!“ und so anfängt zu jammern, warum dieser Turm nicht so hoch wie dieser Berg oder jener andere Turm sei.
Ist solches Verhalten nicht eine Undankbarkeit und Ungerechtigkeit?
 
Dieser Mensch wurde aus nichts geschaffen. Er ist kein Stein geworden, ein Baum auch nicht, er ist kein Tier geblieben, sondern wurde Mensch und auch noch ein Glaubender und lange Zeit hat er ebenfalls Gesundheit und Wohlergehen besessen und genossen und vielerlei Gottesgaben erhalten.  
Durch diverse Vorkommnisse zeigt er, dass er manche Gottesgaben der Gesundheit und des Wohlergehens nicht verdient hat.
Infolge seiner falschen Entscheidungen oder wegen Missbrauchs entgeht ihm möglicherweise das eine oder andere oder kann es aufgrund dessen nicht erlangen.
Darum sich beklagen und Ungeduld zeigen - Warum habe ich das verdient? Warum traf es mich? – auf derlei Art Gottes Haltung hinterfragen und kritisieren, der alles mit Sinn  ausstattet und für einen Zweck erschafft, ist eine schlimmere geistige Krankheit als die körperliche Krankheit, die man hat. Als ob man mit einer gebrochenen Hand zuschlagen wolle, vermehrt man durch seine Klage seine Krankheit.
 
Vernünftiger wäre es, sich Gott zu ergeben gemäß dem Koranvers 2, 156:
Wenn sie ein Unglück erfahren, sagen sie: „Wir sind Bedienstete Gottes und zu Ihm werden wir zurückkehren.“
darüber sich zu gedulden und der Krankheit ihre Aufgabe zu Ende bringen zu lassen.

 

Das Heil in der Krankheit 

19.  Wider der Monotonie, dem Nichts den Genuss und Wert des Lebens erfahren

Alles ist schön, weil alles die gewaltigen großen Namen Gottes mit all ihren Auswirkungen präsentiert. In der Schöpfung ist das Feinste, Ausgezeichnetste und das an Schönem meist Beinhaltende das Leben.
Das Spiegelbild des Schönen ist schön. Ein Spiegel, der Schönheiten reflektiert, ist schön.
Der Spiegel, gleichgültig was er von dem Schönen einfängt, ist in Wahrheit schön, weil er die Kunst der Schönheiten der Namen Gottes reflektiert. Wenn das Leben in Gesundheit und in Wohl monoton ohne Unterbrechung laufen würde, würde in diesem Spiegelbild etwas fehlen.
Eventuell bedrückt es, da es nichts und eine Art Leere entstehen lässt.
Den Wert des Lebens setzt es herab und verwandelt den Genuss des Lebens in Bitternis.
Aus dieser Bitternis heraus, um sein Leben schnell zu verbringen, um die Zeit totzuschlagen, gibt der Mensch sich der Ausschweifung hin und verfällt in Maßlosigkeit.
Wie die Zeitdauer im Gefängnis, die man verabscheut und schnell hinter sich bringen will, will er diese wertvolle Lebenszeit schnell hinter sich bringen. 
Durch Veränderungen und Bewegung sowie in deren verschiedenen Erscheinungsformen zeigt das Leben seinen Wert, baut es seinen Wert auf und teilt die Wichtigkeit von Lebenszeit und Lebensgenuss mit.
Selbst jemand in Bedrängnis und im Leid will nicht, dass sein Leben einfach so vergeht. Er seufzt nicht, dass die Sonne noch nicht untergegangen oder die Nacht noch nicht vorbei ist. 
Ja, wenn du einen Reichen und ohne Beschäftigung auf seinem bequemen Sofa in seinem perfekten Umfeld einmal fragen würdest „Wie geht es dir“, wird er sagen: „Mensch, die Zeit vergeht nicht! Komm, wir spielen.“ Oder er sagt: „Um die Zeit zu vertreiben, spielen wir das oder etwas anderes.“ In dieser Art wirst du ihn reden hören.
Oder du wirst ihn wegen dem aus seinen unendlichen Wünschen kommenden Begehren sagen hören: „Das fehlt, jenes fehlt, wenn ich lieber das gemacht hätte.“ Solche Klagen wirst du vernehmen.
Wenn du aber einen sorgenvollen von Mühsal geplagten Menschen fragst „Wie geht es dir“, wird er dir, wenn er vernünftig ist, antworten: „Gott sei Dank. Es geht mir gut. Wenn dieser Tag nur nicht so schnell vorüber wäre, dass ich meine Arbeit zuende bringen könnte. Die Zeit vergeht so schnell, die Zeit hält nicht an. Ich habe es ein bisschen schwer. Aber das geht auch vorüber. Alles geht schnell vorbei.“
Das würde er mit Bedauern sprechen und auf diese Weise zu verstehen geben, wie wertvoll die Lebenszeit ist. 
So ist es. Den Genuss und den Wert des Lebens begreift und erkennt man erst durch Arbeit und Erschwernisse. Bequemlichkeit und Gesundheit verbittern das Leben und man wünscht sich, dass das Leben schnell vorüber ginge.
 
Kranker Bruder, wisse dies! Die Basis des Unheils, des Unglücks sogar der Sünden ist im Grunde genommen die Leere, das Nichts. Die Leere, das Nichts ist Unheil und Düsternis. Stete Bequemlichkeit und Stillstand ist nahe dem Nichts, schwindet ins Nichts. Die Zweifelhaftigkeit, Unbestimmtheit in diesem Nichts gibt Bedrückung. Aktivität, Veränderung hat Substanz und baut Existenz, Dasein auf. Dieses Dasein ist werthaft, ist Klarheit, Bestimmtheit, ist Licht. Das Gegenteil von Nichts ist Fülle (Gutes, Segen). Stillstand befördert das Verschwinden, ruft das Vergehen hervor. Bewegung, Veränderung baut etwas auf, dass etwas entsteht.
Wenn dies Tatsache und Realität ist, ist die Krankheit in dir, um den Wert des Leben zu veredeln, zu verstärken, zu entwickeln. Um die ganze im Körper befindliche Ausstattung um das befallene Organ herum zum Aushelfen zu veranlassen und dabei die Künste des Allweisen vorzuführen und um unter anderem viele andere Aufgaben zu erledigen, ist sie als Gast geschickt. 
Hoffentlich erledigt sie ihre Aufgabe schnell und geht. Dem Wohlbefinden sagt sie: Bleib an meiner Stelle und erledige meine Aufgabe. Hier ist dein Haus. Bleib wohl.

 

Das Heil in der Krankheit 

20.  Für jede Krankheit gibt es ein Heilmittel

Oh du nach einem Heilmittel suchender Kranke!
Es gibt zwei Arten von Krankheiten. Die eine ist real die andere Einbildung.
Für den realen Teil hat Gott, der Heilende, in der Apotheke dieser Erde für jedes dieser Leiden ein Mittel geschaffen. Diese Mittel verlangen diese Leiden, setzen diese Leiden voraus. Und für jede Krankheit ist ein Heilmittel vorhanden.[7] Die Arzneien für die Therapie einzunehmen und anzuwenden ist legitim und obligat. Die tatsächliche Wirkung aber, das sollte man wissen, kommt von Gott. Er hat dir das Leid gegeben, Er gibt dir auch das Heil.
Man sollte sich an die Ratschläge der Fachärzte und der pflichtbewussten Ärzte halten. Ihre Ratschläge einzuhalten ist heilsam, weil die meisten Krankheiten von Missbrauch, von Übertreibung, von Unachtsamkeit, von Unmäßigkeit, Verschwendung kommen. Der pflichtbewusste Arzt wird dir die erlaubten Grenzen anraten und dir von diesen Übertreibungen abraten. Er tröstet und wegen des Vertrauens auf diese Ratschläge und diesen Trost ist der Kranke in seiner Bedrückung erleichtert und fühlt sich wohler.
 
Wenn die Krankheit auf Einbildung beruht, ist es wirksame Arznei, dass man ihr keine Wichtigkeit beimisst. Je wichtiger man sie hält, desto mehr bläht sie sich auf. Wenn man sie für unwichtig hält, dann verringert sie sich und verschwindet letztendlich.
Es ist wie wenn man einem Wespenschwarm zu nahe kommt und dadurch provoziert. Wenn du sie ignorierst und dich ihm nicht weiter näherst, gehen sie weg. Auch wie ein sich bewegendes Seil in der Dunkelheit wie ein Gespenst aussieht und einem, der sich irrt, einen Schrecken und Angst einjagt und zum Wegrennen veranlasst, wenn er daran denkt. Wenn er es für unwichtig hält, sieht er, dass es ein einfaches Seil ist, und lacht über seine Angst.

Wenn diese eingebildete Krankheit länger anhält, verwandelt sie sich in eine reale Krankheit. Die Einbildung bei nervösen überreizten Menschen ist eine schlimme Krankheit, denn aus einem Korn macht sie eine Kuppel (oder wie man hierzulande sagt: Sie macht aus einer Mücke einen Elefanten.).

 

Das Heil in der Krankheit 

21. Krankheit um Pause einzulegen und um das Mitgefühl der Menschen neu zu erleben

Oh kranke Schwester, oh kranker Bruder!
Deine Krankheit ist mit Schmerzen behaftet. Aber es kommt dir eine geistige Freude zu Gute, die deine Schmerzen herabmindert.
Wenn du noch deine Eltern und Verwandte hast, erlebst du, dass du die vergessene Barmherzigkeit, Zuwendung und Annehmlichkeit, die du erfahren hast, wieder erlebst.
Viel Liebe und Freundschaft, die in den Hintergrund geraten sind, kommen wieder durch diese Krankheit zum Vorschein. Die Schmerzen wiegen dem gegenüber nicht viel.
Die Personen, deren Lob und Anerkennung zu verdienen du dich bemüht hast, warten dir jetzt auf. Du bist jetzt der, dem man zu Diensten ist. 
Das Mitleid und die Barmherzigkeit der Menschen sind bei dir und sie sind dir helfende und mitfühlende Freunde geworden.
Von deiner vielen Arbeitslast entspannst du dich, ruhst dich aus, legst eine Pause ein.
Zweifellos, diese im Vergleich geringen Schmerzen gegenüber diesem Balsam für deine Seele sollten dich nicht zum Klagen, sondern zum Danken motivieren.

 

Das Heil in der Krankheit 

22. Die Gabe zweier spiritueller Wege

Oh von schwerer Krankheit und Lähmung gezeichneter Bruder!
Ich gebe dir frohe Botschaft. Solche durch Schlaganfall oder Ähnlichem hervorgerufene Lähmung ist für gläubige Menschen immer als ein Segen angesehen worden.
Das habe ich von vielen weisen Menschen bestätigt bekommen. Zuvor wusste ich darum nicht. Dieses Geheimnis und dessen Deutung kam mir wie folgt ins Herz.
Die Gottesleute haben, um Gott zu erlangen und um sich vor der Welt zu retten für das ewige Glück und Heil im Jenseits, zwei Wege verfolgt.
Der erste ist der ständige Gedanke an den Tod, an das Vergehen. Nämlich, sie haben mit dem Bewusstsein der Vergänglichkeit der Welt und dem Wissen, ein wichtiger Gast mit vielen Aufgaben auf dieser Welt zu sein, sich für das ewige Leben angestrengt.
Zweitens: Sie haben sich von blinden Emotionen und Egoismus zu befreien versucht. Mittels Strapazen versuchten sie sich dessen zu entledigen und die Selbstsucht abzutöten.
Du, der du die Hälfte des Körpers und dessen Wohlbefinden verloren hast!
Ohne dass du es gewollt hättest, wurden dir diese zwei besagten Gründe gegeben.
Der Zustand deines Körpers zeigt dir ständig die Vergänglichkeit der Welt. Die Welt kann dich nicht mehr in ihren Würgegriff nehmen. Gedankenlosigkeit kann deine Augen nicht mehr verschließen. Als halber Mensch kannst du weder von deinen selbstsüchtigen Gelüsten noch von diesen niederen Beweggründen vereinnahmt werden. Insofern und somit hast du dich von deinem Egoismus befreit.
Einem Gläubigen mit dem Geheimnis des Glaubens, der Gottergebenheit und dem Vertrauen auf Gott kann diese Krankheit in kürzester Zeit den Lohn bescheren wie es die Erschwernisse dieser gottgefälligen Weisen tun. In dem Fall ist auch diese Krankheit recht preiswert.

 

Das Heil in der Krankheit 

23. Da Er der Barmherzige ist, schaut alles auf dich

Oh der du einsam bist und niemanden mehr hast!
Allein in der Fremde ziehst du durch deine Krankheit selbst die Aufmerksamkeit und das Mitleid der härtesten und kältesten Herzen auf dich.
Wenn es so ist, wie kann der, der in allen Koransuren mit im Namen des Barmherzigen, Allgütigen Gottes beginnt und der so auf diese Art mit all dieser Barmherzigkeit sich uns vorstellt, alle Mütter mit dieser Barmherzigkeit ausbildet, der in jedem Frühjahr die Welt neu mit seinen Gaben füllt und sein Paradies mit all seinem Inhalt als Ausdruck seiner Barmherzigkeit für uns bereithält – nicht auf dich in deinem Glauben zu einem Barmherzigen Gott schauen.
Durch die bemitleidenswerten Rufe deiner Krankheit in deiner Einsamkeit zieht es sicherlich und auf alle Fälle Seine Aufmerksamkeit auf sich.
Da es Ihn gibt und Er auf dich schaut, schaut alles auf dich.
In der Tat ist derjenige allein und einsam, der nicht mit Gottglaube auf Gott vertraut, sich nicht an Gott lehnt und dem keinen Wert beimisst.

 

Das Heil in der Krankheit 

24. Krankheit bei Kindern und das Geheimnis der Geschwisterlichkeit im Glauben

Ihr armen Kranken und ihr, die ihr die Kranken, die unschuldigen Kinder, die Alten, die wie die Kinder unschuldig sind, pflegt!
Vor euch liegt ein gewichtiger Gewinn für das Jenseits. Versucht mit allem Einsatz diesen Gewinn zu machen. Die Krankheiten dieser unschuldigen Kinder sind für diese zarten Körper eine Vorbereitung für die kommenden Erschwernisse auf dieser Welt. Um ihn so zu stärken, sind sie eine Impfung und eine göttliche Erziehung. Sie sind für die Welt der Kinder voll mit vielen Weisheiten. Für ihre Seelen und ihre Entwicklung bildet sich eine Basis. Anstatt der Tilgung der Sünden wie bei Erwachsenen kommen diese Wohltaten den Eltern zu Gute und werden ihnen angerechnet, insbesondere der Mutter, da sie ihre Gesundheit für die des Kindes opfern würde. Durch das Zeugnis der Leute der Weisheit ist dies allgemein bekannt.
Die Alten zu pflegen, besonders ihre Fürbitten und Gebete zu erhalten, sie zufrieden zustellen und sie zu bedienen ist, neben dem großen Lohn, im Diesseits und Jenseits eine Quelle der Glückseeligkeit.
Dass dies so ist, ist durch mannigfache Überlieferungen und historischen Tatsachen belegt. Ein Sohn wird auf die Weise, wie er seinen Vater behandelt, auch von seinem Sohn behandelt. Und ein Kind, das seine Eltern kränkt, erfährt neben der Strafe des Jenseits auf dieser Welt viel Unglück. Durch viele Vorfälle ist dies belegt.
Nicht nur den Alten, dem Einsamen, dem Verwandten, sondern allen Kranken, die Hilfe brauchen, sollte man von Herzen helfen. Das bedingt das Islamsein und das Geheimnis der Geschwisterlichkeit im Glauben.

 

Das Heil in der Krankheit 

25. Die wahre Arznei

Oh ihr kranken Geschwister! Wenn ihr ein Heilmittel wollt, das allen Leiden wahres Mittel ist, wenn ihr ein genussvolles heilsames Getränk wünscht, dann entwickelt euren Glauben - mit Gebet, mit Nachsinnen, mit Reue, mit gottgefälligem Leben.
Der Trank des Glaubens, welcher Allheilmittel ist - diese Arznei des Glaubens wendet an.
Ja durch zu viel Liebe und Interesse für diese Welt, haben die Leute derer, die die Augen verschließen, eine geistige Krankheit so groß wie die Welt.
Der aufrichtige Glaube stärkt und hilft der durch weltliche Schläge verwundeten Seele und dem Körper und bietet wahre Heilung und Heilmittel, so dass sie von all diesen Schmerzen und Leiden befreit werden.
Das haben wir in vielen unseren Schriften aufgezeigt. Um euch nicht länger zu langweilen, möchte ich hier abschließend zusammenfassen.
Die Arznei des Glaubens zeigt seine Wirkung im Nachkommen der Pflichten.
Der Maßlosigkeit, der Ignoranz, dem Egoismus, dem unmäßigen Nachgehen der Gelüste wird entgegengewirkt.
Da die Krankheit den Schleier der Ignoranz aufhebt, wird diese Gier gebrochen und  hinter der bloßen Befriedigung der Gelüste herzulaufen wird verhindert. Nehmt diesen Vorteil an!
Gebraucht die wahren gesegneten Arzneien und erleuchtenden Weisheiten in der Selbsterkenntnis, in der Aufrichtigkeit und im Gebet.
Möge Gott euch Heilung geben und die Krankheit gegen eure Sünden anrechnen.

Amin, Amin, Amin

Und sie sagen: „Lob sei Gott, der uns hierher geleitet hat! Wir hätten unmöglich die Rechtleitung gefunden, hätte uns Gott nicht rechtgeleitet. Die Gesandten unseres Herrn sind wirklich mit der Wahrheit gekommen.“ (Sure 7, 43)

Sie sagen: „Preis sei Dir! Wir haben kein Wissen außer dem, was du uns gelehrt hast. Du bist der, der alles weiß und weise ist.“ (Sure 2, 32)

••• 

 

08.02.2005 / 25.02.2005 /letzte Änderung 27.11.2005
RG des Islam LV BaWü
 

[1] Weitere Koranverse zu Vorherbestimmung, Prädestination, Vorhersehung:

3, 145 Und niemand kann sterben außer mit der Erlaubnis Gottes gemäß einer Schrift mit festgelegter Frist. Und wer die Belohnung des Diesseits will, dem geben Wir etwas von ihm. Und wer die Belohnung des Jenseits will, dem geben Wir etwas von ihm. Und Wir werden (es) den Dankbaren vergelten.

4, 175 Diejenigen nun, die an Gott glauben und an Ihm festhalten, wird Er in seine Barmherzigkeit und Huld eingehen lassen und auf einem geraden Weg zu sich führen.

2,272: Es ist nicht deine Aufgabe, sie rechtzuleiten, sondern Gott leitet recht, wen Er will. Und was ihr an Gutem spendet, es ist zu eurem Vorteil. Und ihr spendet nur in der Suche nach dem Antlitz Gottes. Und was ihr an Gutem spendet, wird euch voll zurückerstattet, und euch wird nicht Unrecht getan.

7, 30 Einen Teil hat Er rechtgeleitet, über einen Teil ist der Irrtum zu Recht gekommen, denn sie haben sich die Satane anstelle Gottes zu Freunden genommen und meinen, sie seien der Rechtleitung gefolgt.

10, 49 Sprich: Ich kann mir selbst weder Nutzen noch Schaden bringen, außer was Gott will. Für jede Gemeinschaft ist eine Frist gesetzt. Und wenn ihre Frist kommt, können sie nicht mal eine Stunde zurückbleiben oder vorausgehen.

19, 76 Und Gott lässt diejenigen, die der Rechtleitung folgen, in der Rechtleitung zunehmen. Was bleibt, die guten Werke – sie bringen bei deinem Herrn einen besseren Lohn und sichern einen besseren Ort der Rückkehr.

24, 46: Wir haben Zeichen hinabgesandt, die (alles) deutlich machen. Und Gott führt wen Er will, zu einem geraden Weg. 

28, 56: Du kannst nicht rechtleiten, wen du gerne möchtest. Gott ist es, der rechtleitet, wen Er will. Er weiß besser, wer der Rechtleitung folgt.

42, 27: Und würde Gott seinen Menschen den Lebensunterhalt großzügig zuteilen, würden sie auf der Erde Ungerechtigkeiten verüben (...würden sie übertreiben).  Aber Gott lässt im richtigen Maße herabkommen, was Er will. Er hat Kenntnis von seinen Menschen und er sieht sie wohl.

42, 30: Und was immer euch an Unglück trifft, es ist für das, was eure Hände erworben haben. Und Er übergeht wohl vieles.

14, 27: Gott festigt diejenigen, die glauben, durch die feste Aussage im diesseitigen Leben und im Jenseits. Und Gott führt die, die Unrecht tun, in die Irre. Gott tut was er will.

30, 41: Unheil ist auf dem Festland und auf dem Meer erschienen aufgrund dessen, was die Hände der Menschen erworben haben. Er will sie damit einiges kosten lassen von dem, was sie getan haben, auf dass sie (dann) umkehren.

39, 49: Wenn ein Schaden den Menschen berührt, ruft er zu Uns. Wenn Wir ihm dann Gnade von Uns gewähren, sagt er: „Es ist mir aufgrund von Wissen zugekommen.“ Nein, es ist eine Versuchung. Aber die meisten von ihnen wissen nicht Bescheid.

2, 64: Aber dann kehrtet ihr euch ab. Ohne die Huld Gottes gegen euch und seine Barmherzigkeit wäret ihr gewiss unter den Verlierern.

2, 105: Gott aber schenkt seine Barmherzigkeit in besonderer Weise wem er will. Und Gott besitzt große Huld.

42, 48: Wenn sie sich abwenden, so haben Wir dich nicht als Hüter über sie gesandt. Dir obliegt nur die Ausrichtung (der Botschaft). Und siehe, wenn Wir den Menschen Barmherzigkeit von Uns kosten lassen, freut er sich darüber. Wenn aber etwas Böses sie trifft für das, was ihre Hände vorausgeschickt haben, dann ist der Mensch sehr undankbar.

 

[2] El-Aclûnî Keşfü’l Hafâ II, 132 (2016 Hadis); Hadis kudsi sind auf direkter Offenbarung beruhende Worte Gottes, die erläuternd zum Koran aber selbst keine Koranverse sind.

Bediüzzaman Said Nursi, İşâratü’l-İ’câz, 4;
 

[3] Krankheit, Tod, Not Elend - Warum?, Hans-Joachim Sauer, Neuer Horizont Nr.1, 1991, S. 7 ff

 

[4] Said Nursi, Lem’a lar (Fassetten des Lichts), 25. Kapitel (Das Heil in der Krankheit),  Risale-i Nur Külliyatı S. 692-701; 1996

 

[5] Said Nursi, Lem’a lar (Fassetten des Lichts) Auszug aus dem 2. Kapitel (über Hiob), Risale-i Nur Külliyatı S. 580; 1996

[6] Fußnote S. Nursi: Manche Krankheiten sind für das Gebet da. Und wenn die Krankheit verschwinden würde, dann würde die Ursache des Gebets sich selbst vernichten. Das ginge ja nicht.

[7] Das heißt und impliziert: Krankheiten sind Ansporn nach diesen Heilmitteln zu suchen. Sie bieten darum in der Hinsicht eine weite Entwicklungsmöglichkeit, ein Forschungsgebiet der Menschen, sei es in der Erforschung der Funktion der menschlichen Anatomie wie auch für Heilmittel usw.  

 

 

»Kein Unglück trifft ein auf der Erde oder bei euch selbst, ohne dass es in einem Buch stünde, bevor Wir Es erschaffen. Dies ist Gott ein Leichtes.«

Worte Gottes
Sure 57,22
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
Hand in Hand
für eine
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saubere
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